Ausgleichzahlung bei Krankheit des Piloten

Die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht weist in ihrer Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“ darauf hin, dass eine Fluggesellschaft mit der Krankheit eines Piloten rechnen muss und Kunden deshalb Anspruch auf eine Ausgleichzahlung haben, wenn sich dadurch der Abflug verschiebt.

Im vorliegenden Fall hatte der Pilot einen Kreislaufzusammenbruch erlitten, wodurch sich der Flugbeginn um 24 Stunden verzögerte. Die Airline rechtfertigte dies als „außergewöhnlichen Umstand“, der sich nicht durch vorbeugende Maßnahmen verhindern ließe und sie deshalb von der Zahlungspflicht befreie. Das Landgericht Darmstadt war jedoch anderer Meinung (AZ.: 7 S 250/11). Eine Fluggesellschaft habe nicht nur eine einsatzbereite Maschine, sondern auch einsatzfähiges Personal zur Verfügung zu stellen. Deshalb wurde dem Kläger eine Ausgleichszahlung zuerkannt.