Dienstliche Flugmeilen privat einlösen?

Lufthansa Business Class

Darf man auf Privatreisen von dienstlich erworbenen Bonusmeilen profitieren?
Quelle: Lufthansa

Viele Airlines bieten Bonusprogramme in deren Rahmen der Reisende sogenannte Bonusmeilen sammelt, die er dann gegen einen Flug eintauschen kann. Doch was passiert mit jenen Bonusmeilen, die auf Dienstreisen gesammelt wurden? Können diese privat für die nächste Urlaubsreise genutzt werden?

Wem gehören die auf Dienstreisen gesammelten Bonusmeilen? Darf der Arbeitgeber die Bonusmeilen seiner Mitarbeiter für weitere Dienstreisen nutzen? Oder gehören sie dem Mitarbeiter, der darüber frei verfügen kann? Immerhin erklärt zum Beispiel die Lufthansa, dass die Vorteile seines „Miles & More“-Programms dem Vielflieger zugute kommen sollen – also dem Passagier. Ganz so einfach ist es jedoch nicht.

Laut Grundsatzurteil vom 11. April 2006 hat das Bundesarbeitsgericht entschieden, dass die Vorteile aus Bonusprogrammen demjenigen zugute kommen sollen, der die Kosten für die Geschäfte trägt. Wenn also der Arbeitgeber die Dienstreisen seiner Mitarbeiter zahlt, soll auch der Arbeitgeber die Vorteile der Bonusprogramme nutzen können und beispielsweise weitere Dienstreisen mit den Bonusmeilen verrechnen. Die gilt im Übrigen nicht nur für Bonusmeilen sondern für sämtliche andere Vorteilsprogramme.

Allerdings bedeutet das Urteil nicht, dass Arbeitnehmer grundsätzlich alle Rabatte und Geschenke an ihren Arbeitgeber weiterreichen müssen. Es bedarf jedoch einer eindeutigen Anweisung des Arbeitgebers an seiner Mitarbeiter, wie mit derartigen Vorteilsprogrammen umzugehen ist. Diese Klärung des Sachverhalts kann durchaus mündlich erfolgen und bedarf nicht zwingend der Schriftform.