Frankfurt: Flugreisender verklagt Bundesrepublik

Reisekoffer

Was mag hier wohl drin sein? Reisegepäck wird an Flughäfen streng kontrolliert.

Das Oberlandesgericht (OLG) in Frankfurt am Main hat einem Flugpassagier Recht zugesprochen (Aktenzeichen 1U276/12). Der Mann war 2011 von den Sicherheitsbeamten am Flughafen Frankfurt/Main aufgehalten worden, da sich angeblich verdächtige Gegenstände in seinem Gepäck befanden. Aufgrund der langen Wartezeit bei der Kontrolle verpassten der Mann und seine Begleitung ihren Flug.

Entschädigung für Passagier wegen zu langer Sicherheitskontrollen

Bei Sicherheitskontrollen an Flughäfen wird zunächst das Gepäck geröntgt. Werden dabei als gefährlich eingestufte Gegenstände gefunden, wird der Entschärfungstrupp der Bundespolizei (BP) eingeschaltet. Im Fall der Reisenden in Frankfurt sollte der Flug 4:20 Uhr am Morgen starten. Zu dieser Zeit steht die Einheit der BP lediglich auf Abruf zur Verfügung. Bis zum Eintreffen des Trupps dauerte es knapp 3 Stunden, sodass der Mann seinen geplanten Flug verpasste und neue Tickets buchen musste. Den dabei entstandenen Schaden von beinahe 912 Euro forderte er nun von der Deutschen Bundesrepublik zurück. Sie ist als Dienstherr der Bundespolizei haftbar zu machen.

Fehler in der Bildkontrolle

Der Eindruck von gefährlichen Gegenständen war durch eine Überlagerung im Röntgenbild entstanden. Deshalb war die Verzögerung nicht selbst verschuldet und der Passagier von jeglicher Haftung freizusprechen. So entschied auch das OLG in Frankfurt und begründete das Urteil damit, dass Flugreisende Kontrollen in Kauf nehmen müssen, diese aber nicht zum Verfall der Flugtickets führen dürfen.

Bildquelle: Rainer Sturm/pixelio.de