Streitpunkt dritte Startbahn in München

Justizia mit Waage und Paragraphen-Zeichen

Streitpunkt dritte Startbahn in München

Mit Spannung wird heute die Entscheidung über den Planungsfeststellungsbeschluss für die Zukunft des Münchner Flughafens, mit oder ohne dritte Startbahn, erwartet. Vorab waren viele Fragen aufgeworfen worden, unter anderem ob das Vorhaben diverse Vogelarten bedroht. Außerdem sei es fraglich, ob die Relevanz überhaupt noch gegeben ist oder ob sich der Luftverkehr wieder normalisiert hat und die gegebenen Strukturen ausreichend sind.

Kläger warten auf Antworten

Diese Aspekte gilt es heute vor dem Gericht zu klären. Seitens der Kläger wird eine Ablehnung der dritten Startbahn durch das Gericht erwartet, sie setzt Hoffnung in den Planungsfeststellungsbeschluss des Münchner Flughafens.

Über 184 Beweisanträge soll heute entschieden werden. Sollte das Bayerische Verwaltungsgericht auch nur einige der Fragestellungen zur Rechtmäßigkeit der geplanten dritten Startbahn für den Münchner Flughafen gelten lassen, dürfte sich das Unterfangen bis weit in das Jahr 2014 hinein verlagern. Lehnt das Gericht jedoch alle 184 Beweisanträge ab, so wäre noch in diesem Jahr mit einem Urteil zu rechnen.

Bedarf sei gedeckt, laut Klägermeinung

In erster Linie stehe die Klärung des Bedarfs sowie der Natur- und Umweltschutz auf der Agenda. Zudem klagen Anwohner der umliegenden Gemeinden wegen erhöhten Fluglärm und Minderung der Grundstückswerte.

Freising lässt Passagierzahlen prüfen

Die Stadt Freising möchte von Gutachtern geklärt haben, ob die Prognosen zur Zunahme der Passagieranzahl bis 2025 noch realistisch eingestuft sind. Denn derzeit zeichne sich ab, dass die steigende Zahl der Passagiere durch den Einsatz von größeren Passagiermaschinen gut abgedeckt wäre. Außerdem käme es dadurch zu weniger Starts und Landungen und die Maschinen seien effektiv ausgelastet.

Eine Reihe weiterer Beweisanträgen zielt auf die Lärmbelästigung im Freisinger Stadtteil Attaching und die gefürchteten Luftverwirbelungen hinter den Fliegern ab.

Bereits seit März dieses Jahres befasst sich der Bayerische Gerichtshof mit diesem Thema. Die geplante dritte Start- und Landebahn würde auf dem zweitgrößten deutschen Flughafen stündlich bis zu 30 weitere Flugbewegungen möglich machen. Mit einer Passagierzahl von 18,6 Millionen wurde am Münchener Flughafen im ersten Halbjahr dieses Jahres ein neuer Rekord erzielt. Das Projekt würde etwa 1,2 Milliarden Euro kosten.

Bildquelle: Thorben Wengert / pixelio.de